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Hannover, 17.09.2009

Staatssekretär besuchte "GeneSys"-Projekt

Prominenter Besuch aus Berlin in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover: Peter Hintze, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, überzeugte sich am Donnerstag vom Bohrfortschritt des Geothermie-Pilotprojekts „GeneSys“ der BGR. Mit aktuell knapp 2.500 Meter Tiefe hat die Bohrung bereits mehr als die Hälfte ihrer Endteufe von 4.200 Meter erreicht.

Der Parlamentarische Staatssekretär äußerte sich sehr zufrieden über den bisherigen Verlauf des Projekts, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) mit 15 Millionen Euro finanziert wird. „Erdwärme ist eine nahezu unerschöpfliche und vor allem umweltfreundliche Energiequelle. Mit dem Pilotprojekt „GeneSys“ kann ein Beitrag für eine nachhaltige Energieversorgung geleistet werden“, erklärte Hintze.

Ab dem Jahr 2013 soll mit Hilfe der im Projekt gewonnenen Erdwärme das komplette GEOZENTRUM Hannover beheizt werden. Dort haben neben der BGR auch das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) und das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG) mit insgesamt 1.000 Beschäftigten ihren Sitz.

„Das GeneSys-Projekt bietet eine technologische Innovation. Die BGR wird zum weltweit ersten Mal das so genannte 'Einbohrloch-Konzept' für die Direktnutzung von tiefer Erdwärme im Betrieb erproben“, erläuterte BGR-Präsident Prof. Dr. Hans-Joachim Kümpel.

Die Förderung des heißen Wassers und die anschließende Injektion des abgekühlten Wassers erfolgen in derselben Bohrung – im Unterschied zu den sonst üblichen Bohrlochdubletten. „Hierdurch sollen Kosten für die teuren Bohrarbeiten gespart werden. Zudem möchte die BGR demonstrieren, dass auch unter den geologischen Gegebenheiten Norddeutschlands die Nutzung der tiefen Erdwärme möglich ist“, so Projektleiter Dr. Michael Kosinowski.

Am 22. Juni dieses Jahres wurde mit der Bohrung begonnen. „Ursprünglich wollten wir mit den Arbeiten schon etwas weiter sein. Doch die mächtigen Schichten der Unterkreide ließen sich schlechter bohren als erwartet“, so Kosinowski. Nach den zwischenzeitlichen Schwierigkeiten laufen die Bohrarbeiten mittlerweile wieder deutlich besser. „Seitdem das Bohrloch durch den Einbau einer Verrohrung gegen von der Seite drückende weiche Tonsteine gesichert werden konnte, geht es schneller voran“, betonte der Projektleiter.

Die Bohrung steht im Augenblick in Tonsteinen der Keuper-Formation. „GeneSys“ zielt in der Endteufe auf Sandsteine des Buntsandsteins. Im vorgesehenen Erschließungskonzept werden zwei Sandsteinschichten in 3.700 bis 4.200 Meter Tiefe über ein großflächiges System von feinen Rissen im porösen Sandstein hydraulisch miteinander verbunden. Die Risserzeugung geschieht durch das Verpressen von Wasser unter hohem Druck. Die große Tiefe verhindert, dass hierdurch Beeinträchtigungen an der Oberfläche auftreten. Im späteren Betrieb wird kaltes Wasser in eine Schicht eingespeist, erwärmt sich auf seinem Weg durch die Risse wie in einem natürlichen Wärmetauscher auf bis zu 150°C und wird als heißes Wasser aus einer zweiten Schicht gefördert. Oben wird dem Wasser die Wärme für die Beheizung der Räume im GEOZENTRUM entzogen.

Für die Bohrarbeiten auf dem BGR-Grundstück Buchholzer Straße 94 wird eine neu entwickelte, geräuscharme Bohranlage eingesetzt, die speziell für Arbeiten im innerstädtischen Bereich ausgelegt ist. Zudem sind die Grundstücke des angrenzenden Wohngebietes von einer 10 Meter hohen Lärmschutzwand abgeschirmt. Die Bohrarbeiten sollen nach jetzigem Stand im Oktober 2009 beendet sein.


Weitere Informationen:
http://www.genesys-hannover.de

Ansprechpartner:
Dr. Michael Kosinowski, Tel.: 0511 643 2441, E-Mail: Michael.Kosinowski@bgr.de


Logos der drei Institutionen im GEOZENTRUM HANNOVER


Pressesprecher: Andreas Beuge, Tel.: 0511 643 2679, mobil: 0170 8569662
E-mail: info@bgr.de Internet: http://www.geozentrum-hannover.de

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