BGR Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe

Verbundprojekt Geopotenzial Deutsche Nordsee (GPDN)

Vortrag am Mittwoch, den 04. Mai 2011 um 14.00 Uhr in Raum 204/ Haus II

Laurer, U. (Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie), Naumann, M. (LBEG, Referat Bauwirtschaft, Baugrund und Georisiken) & Thürnagel, C. (BGR, Fachbereich Wirtschaftsgeologie der Energierohstoffe) (Modul B): Ablagerungen, Baugrundverhältnisse und mineralische Rohstoffe im Nordseeraum – Sachstand, erste Ergebnisse, laufende Arbeiten

In diesem Vortrag wird ein Statusbericht über den Sachstand der bisherigen Arbeiten und Ergebnisse der Projektpartner BGR (Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe), LBEG (Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie) und BSH (Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie) im Modul B gegeben. Ein Ziel von Modul B ist die flächendeckende Kartierung der Sedimente am Meeresboden der Nordsee, welche anhand von Korngrößenuntersuchungen aus Kastengreiferproben und Bohrproben erarbeitet wird. Für die zu bearbeitende Fläche von 41.100 km2 wird der erste Entwurf einer Sedimentverteilungskarte am Meeresboden präsentiert, der eine Fortschreibung und in Teilbereichen Erweiterung des bestehenden Kartenwerks des BSH nach den Klassifikationen von Figge sowie nach Folk & Ward abbildet.

Des Weiteren wird der Weg von heterogenen Datenbeständen in Bezug auf Datenquellen, Datendichte und Datenqualität bis hin zu einer konsistenten Datengrundlage und deren Auswertung aufgezeigt.

Als zweites Ziel in Modul B wird in dem Vortrag die Anfertigung geologischer Schnitte in ausgewählten Bereichen der Deutschen Nordsee auf der Grundlage von flachseismischen Daten und Vibrokernen von BGR, LBEG und BSH vorgestellt. Aus diesen Profilen sollen Baugrundschnitte bis 50 m Tiefe mit exemplarischer Bedeutung für größere Teilgebiete abgeleitet werden. Das dritte Ziel ist die Anfertigung einer Potenzialkarte für mineralische Rohstoffe.

Zur kontinuierlichen Verbesserung der Datenlage werden im Verlauf des Verbundprojekts in Modul B Schiffsausfahrten zur Gewinnung von Vibrokernen, Greiferproben und seismischen Profilen durchgeführt, sowie weitere Daten externer Quellen genutzt und ausgewertet.


Thöle, H. (BGR, Fachbereich Wirtschaftsgeologie der Energierohstoffe) (Modul C): Tertiäre Deltaablagerungen in der deutschen Nordsee

m Modul C wird die geologische Entwicklung der südlichen Nordsee im späten Känozoikum untersucht. Basierend auf einem umfangreichen seismischen Datensatz wird eine sequenzstratigraphische Analyse durchgeführt, um daraus das Zusammenspiel von Subsidenz, Sedimentzufuhr und relativen Meeresspiegelschwankungen im Verlauf des ausgehenden Känozoikums abzuleiten.

Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt hierbei auf einem Deltasystem, das sich vom jüngeren Tertiär bis zum Mittelpleistozän vom nordwesteuropäischen Festland her in den Bereich der südlichen Nordsee hinein vorbaute. Mit einer Ausdehnung von etwa 0.5 Mio km² ist dieses fossile Delta mit den größten Deltasystemen der Erde (z.B. Ganges-Brahmaputra) vergleichbar. Im Rahmen des Vortrages wird der aktuelle Bearbeitungsstand im Modul C vorgestellt.


Trampe, A. (BGR, Fachbereich Wirtschaftsgeologie der Energierohstoffe) (Modul D): Untersuchungen oberflächennaher Gasindikatoren in seismischen Daten in der deutschen Nordsee

Im Modul D, Themenbereich „shallow gas“, wird das Potenzial von oberflächennahen Gaslagerstätten im deutschen Nordseesektor mit seismischen Verfahren untersucht. Zum einen stellt dieses oberflächennahe Gas (0-1000 m Tiefe) einen potentiellen Energierohstoff dar, der z. B. in Offshore-Windparks bei Windflauten als Ersatz-Energiequelle genutzt werden könnte, indem man das Gas offshore in Gasturbinen verbrennt und dadurch eine kontinuierliche Stromversorgung ermöglicht. Zum anderen ist die Kenntnis über die Verteilung von Gas im flachen Untergrund auch für den Bau von Windenergieanlagen von Bedeutung, da hierbei das Auftreten von oberflächennahem Gas ein Problem darstellen kann. Indikatoren, die auf Gas im Porenraum hinweisen sind unter anderem verschiedene Amplitudenanomalien in seismischen Daten. Diese Amplitudenanomalien wurden in seismischen Daten aus der deutschen Nordsee kartiert. Im weiteren Projektverlauf sollen diese Anomalien mittels „Amplitude Variation with Offset“ (AVO) –Analysen dahingehend untersucht werden, ob die Lithologie (z.B. das Auftreten von Kohle, Torf, Ton) oder die Porenfüllung (Gas/Öl) die Anomalien verursacht haben.

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